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Helga Garg / Coreggia / Ampulien

Anfang 2002 wurden wir auf Helga Garg aufmerksam gemacht. Sie lebt seit Mitte der Neunziger Jahre in dem kleinen Dorf bei Alberobello und hilft kranken, verletzten und ausgesetzten Tieren, wo immer sie kann. Sie stand damals mit ihren ca. 60 Hunden, 7 Katzen und 2 Pferden völlig ohne Unterstützung da, das 1 ha große Gelände ist nicht eingezäunt und für Gehege reichte das Geld natürlich nicht aus. Deshalb lagen viele der Hunde an der Kette, andere waren in zwei völlig überfüllten Zwingern untergebracht, der Rest lief frei, was wiederum zu ständigen Anfeindungen der Nachbarn und Besuchen der Carabinieri führte.

Seit damals helfen wir kontinuierlich mit Futterlieferungen, Medikamenten und Übernahme von Impf- und Kastrations- und sonstigen Tierarztkosten.

Von Anfang an war unser längerfristiges Hauptziel eine artgerechtere Unterbringung der Hunde. Ostern 2003 konnten wir einen größeren Geldbetrag zum Bau der ersten beiden Freigehege überreichen. So durften die ersten Hunde von der Kette in ihre Ausläufe umziehen. Vier weitere großzügige Gehege sind seit damals dazugekommen. Es ist eine Freude zu sehen, wie wohl sich die Tiere darin fühlen.

Corregia 2010 Im April 2004 fand zusammen mit befreundeten Tierschützern ein erster „Arbeitseinsatz“ statt. Diese Aktion wurde jedes Jahr mit wachsender Besetzung wiederholt und ist inzwischen schon Tradition. In jedem Jahr wartet eine Menge Arbeit auf die Mannschaft. Mit vielen LKW-Ladungen Sand und Kies werden die vorhandenen Ausläufe aufgefüllt, es wird geschrubbt, Unkraut gejätet, Zwinger, Zäune und Wege ausgebessert. Alle Hunde und Katzen werden entwurmt, die Hunde zusätzlich mit Scalibor-Bändern gegen Leishmaniose ausgestattet. Das Gassigehen, die vielen Streicheleinheiten, Leckerlis und das Bürsten macht sowohl den Zwei- als auch den Vierbeinern am meisten Spaß und ist für alle eine willkommene Abwechslung. Über das Jahr verteilt findet noch der ein oder andere „Kurztrip“ statt, in erster Linie um für Futternachschub zu sorgen und um einigen von Helgas Schützlingen eine Chance in Deutschland zu ermöglichen.

Trotz unserer Unterstützung wurde in den letzten Jahren immer deutlicher, dass Helga die anfallende schwere körperliche Arbeit nicht mehr alleine bewältigen konnte. Zuverlässige ehrenamtliche Helfer zu finden ist unmöglich, aber zum Glück gibt es einen Arbeiter aus dem Dorf, der seit Ende 2008 gegen eine moderate Bezahlung regelmäßig hilft. Dies ist nur möglich, wenn wir einen Teil dieser monatlichen Fix-Kosten übernehmen.

Das Tierelend ist in Apulien allgegenwärtig: Überall sieht man kranke und magere Streuner, die mit gesenktem Kopf ziellos und ängstlich umherirren und ausgehungerte Katzen, die an Mülltonnen nach etwas Essbarem suchen. Vor fast jedem Haus stehen Zwinger, die dieses Wort nicht mal verdienen: viel zu klein und in der prallen Sonne. Leider findet in der Bevölkerung kaum ein Umdenken statt. Kastrationen von Hunden und Katzen sind für die meisten Leute daher kein Thema. Stattdessen werden kleine Kätzchen an der Landstraße „zum Überfahren“ ausgesetzt, Welpen ins Meer oder in die Mülltonne geworfen. Mit dass Schlimmste was diesen Tieren jedoch widerfahren kann ist in einem der berüchtigten „Canile“ zu enden. Das sind „Hundelager“, in denen die Kreaturen unter schlimmsten Bedingungen vor sich hin vegetieren und die kaum ein Hund jemals lebend wieder verlässt. << Tier Ghetto >>

Unsere Hilfe vor Ort ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber jedem einzelnen Hund, der Aufnahme bei Helga findet, bleibt ein schreckliches Schicksal erspart. Bitte unterstützen Sie uns, damit den Hunden aus Coreggia auch weiterhin geholfen werden kann!